Anabol
Anabol steht im Allgemeinen als Synonym für „aufbauend“. Eine Ableitung hiervon stellt das Wort „Anabolika“ dar, was für „aufbauende“ Medikamente und andere Wirkstoffe steht, die eine eben solche Wirkung im Körper entfalten, speziell auf wachstumsfähiges Körpergewebe, wo an erster Stelle natürlich die Muskelmasse zu nennen wäre. Sportler, die Muskelmasse aufbauen wollen, sollten demnach für ein „anaboles“ Umfeld sorgen, das u.a. durch die Synergie zwischen Kraftraining, ausreichender Bausteine in Form von Protein und Kohlenhydraten, Regeneration und eventuell Nahrungsergänzungsmittel bzw. Steroiden u.ä. Substanzen zustande kommt.
Speziell Sportler, die ohne die Zuhilfenahme von Steroiden und ähnlichen Substanzen Muskelmasse aufbauen wollen, tun sich schwer, ihren Körper in einen anabolen Zustand zu versetzen, da übermäßig viel Muskelmasse von der Evolution als nicht erstrebenswert angesehen wird. Muskelmasse verbraucht nämlich mehr Energie als beispielsweise Fettgewebe, weshalb schon in der Steinzeit die Menschen mehr Chancen auf ein Überleben hatten, die wenig Muskelmasse und viel Fettgewebe aufwiesen, da diese weniger Energie in Form Nahrung benötigten, die in der damaligen Zeit knapp war. Da es heutzutage aber Supermärkte gibt, in denen ausreichend Nahrung eingekauft werden kann, ist ein anaboler Zustand für viele Menschen wieder erstrebenswert geworden, da Muskeln gleichbedeutend mit Kraft, Selbstbewußtsein, Disziplin und Männlichkeit sind. Aus diesem Grund helfen auch nicht wenige Sportler heutzutage mit anabolen/androgenen Steroiden nach, um ihrem Ideal näher zu kommen. Diese versetzen den Organismus in einen anabolen, also aufbauenden Zustand mit allen bekannten Nebenwirkungen wie Hodenschrumpfung, Akne, Haarausfall und Herzvergrößerung.
Sportler, die eine Stufe weiter gehen, benutzen anabole Wirkstoffe wie Insulin, Wachstumshormon, IGF-1 oder neuartige Substanzen wie MGF (Mechano Growth Factor), der ähnlich wie IGF-1 einen starken Gewebezuwachs bewirken soll, allerdings ausschließlich in der Muskulatur und nicht, wie bei IGF-1 üblich, in den Organen.
Neben den verschreibungspflichtigen anabolen Medikamenten sind allerdings auch frei verkäufliche Nahrungsergänzungen erhältlich, die erwiesenermaßen anabol wirken. In erster Linie sind hier Supplements wie Creatin und Glutamin zu nennen. Aber auch Proteinpulver und Aminosäuren sind durchaus als anabol zu bezeichnen, da sie, zwar nur indirekt, den Muskelaufbau unter bestimmten Bedingungen fördern.
Ebenso als „Anabol“ bekannt sind thailändische Methandienon-Tabletten vom Hersteller British Dispensary. Diese kleinen fünfeckigen und rosa-, gelb- oder blaufarbigen Tabletten tragen den offiziellen Handelsnamen „Anabol“. Speziell auf dem Nahrungsergänzungsmarkt bekannt sind „Anabol-Loges®“, ein Wirkstoffkomplex auf Vitamin-E-Basis.
