Anabolika Fakes
Als Anabolika-Fake werden nicht originale Steroide bezeichnet, die vorgeben, ein Original-Präparat zu sein. Auf Anabolika-Fakes haben sich spezielle kriminelle Gruppen spezialisiert, die mit höchstmoderner Ausstattung alles, angefangen vom Beipackzettel, über die Verpackungen und Ampullen, bis hin zu Tabletten, Blistern und Inlays, alles so täuschend echt reproduzieren können, dass das Falsifikat letztenendes fast oder bestenfalls genauso aussieht wie das Original.
Dies wäre im Grunde nicht sonderlich schlimm, würden die Anabolika-Fakes auch das an Wirkstoff enthalten, was angegeben ist. Leider ist es so, dass speziell teure Wirkstoffe wie Metenolon (Primobolan) oder Fluoxymesteron (Halotestin) durch billigere Wirkstoffe wie Testosteron oder Methandienon ersetzt werden, was besonders für Athleten, die auf Doping getestet werden, schlimme Konsequenzen haben kann. Wer annimmt, er würde gerade ein Präparat verwenden, welches maximal 6 Wochen nachweisbar ist und ein Wirkstoff enthalten ist, der 10 Monate und länger nachweisbar ist, hat ein Problem.
Ebenso gefährlich sind eventuelle Verunreinigungen. Die meisten Fälscher haben ein professionell ausgestattetes Labor, allerdings können diese aus Kostengründen niemals so professionell sein, wie bei kommerziellen Anbietern wie Schering oder Organon. Verunreinigungen der Anabolika-Fakes sind somit niemals auszuschließen. Unglaublich aber wahr: In einer gefälschten Ampullen Testoviron-Depot-250® wurde einmal ein Haar gefunden!
Trotz aller Aufklärungen nimmt die Anzahl an Anabolika-Fakes auf dem Schwarzmarkt jedoch nicht ab. Es ist erstaunlich, wie selbst gefälschte Präparate, deren originales Pendent schon seit über 10 Jahren nicht mehr produziert wird, seinen Weg in die Muskeln der Käufer findet, bestes Beispiel hier Parabolan, das bereits seit 1997 nicht mehr produziert wird, wovon aber selbst heutzutage noch massenhaft Fälschungen den Anabolika-Schwarzmarkt unsicher machen.
Analysen von Anabolika-Fakes finden sich in der jährlich upgedateten Version des amerikanischen Anabolika-Buchs „Anabolics“, welche allerdings mit Abstand zu sehen sind, da der Verleger auf seiner Homepage u.a. Werbung für Anabolika-Händler macht.
Einen Tipp, wie man Original und Anabolika-Fake auseinander hält, kann selbst der erfahrenste Experte nicht abgeben, da die Fälschungen, wie eingangs erwähnt, heutzutage so perfekt sind, dass mittlerweile keine Unterschiede mehr zum Original bestehen. Auch das benutzen einschlägiger Literatur zum Vergleichen mit den abgebildeten Originalen ist aus genanntem Grund nicht mehr sicher.
Abschließend sollte die Frage geklärt werden, warum Anabolika-Fakes überhaupt existent sind: Zwar produziert die Pharmaindustrie jährlich ausreichende Mengen, allerdings wird es für Dealer immer schwieriger, diesen habhaft zu werden. Da die Nachfrage im Laufe der Jahre jedoch immens gestiegen ist, nicht zuletzt durch die frei zugänglichen Informationen im Internet, müssen Anabolika-Fakes die Plätze der fehlenden Original-Präparate einnehmen. Man kann davon ausgehen, dass der Großteil der aktuell auf dem Anabolika-Schwarzmarkt erhältlichen Präparate Fälschungen sind.
