Anabolika Nebenwirkungen
Anabole/androgene Steroide sind verschreibungspflichtige Medikamente und dies aus gutem Grund. Die Einnahme hat nämlich nicht nur ihre positiven Seiten, sprich Muskel- und Kraftaufbau und schnellere Regeneration, sondern vielmehr auch unerwünschte Nebeneffekte, die so genannten Nebenwirkungen. Nicht umsonst liegen Steroide und verwandte Anabolika nicht wie Vitamin-Tabletten in Drogerien und Supermärkten aus.
Die Nebenwirkungen einer Anabolika-Einnahme sind vielfältig und abhängig vom verwendeten Wirkstoff und der Reaktion des Einzelnen auf die Gabe. Die bekanntesten Nebenwirkungen bei der Verwendung anaboler/androgener Steroide sind Erhöhung des Blutdrucks, Gynäkomastie, Haarausfall, Prostatavergrößerung, Akne und unreine Haut, Leberbelastung bei oralen Steroiden, psychische Veränderungen, Belastung des Herz-/Kreislaufsystems und zusätzlich Virilisierung (Vermännlichung) bei Frauen und Stopp des Längenwachstums bei Jugendlichen. Alle genannten Nebenwirkungen hängen jedoch stark vom verwendeten Steroid ab. Wirkstoffe wie Fluoxymesteron (Halotestin), Stanozolol (Winstrol) oder Trenbolon (Parabolan) oder verursachen keine Gynäkomastie, da genannte Wirkstoffe nicht aromatisieren – ein wichtiger Faktor bei der Vergrößerung der Brustdrüsen. Auch Haarausfall muss nicht unbedingt sein. Es gibt durchaus „haarfreundliche“ Steroide wie Nandrolon. Psychische Veränderungen treten für gewöhnlich nur bei stark androgenen Steroiden auf. Man sieht also, dass man nicht alle bekannten Nebenwirkungen auf alle anabolen/androgenen Steroide übertragen kann.
Anabolika-Nebenwirkungen sind aber auch bei anderen als anabol bezeichneten Wirkstoffen möglich. Eine bekannte Nebenwirkung bei der Verwendung von Wachstumshormon (STH/HGH) ist beispielsweise ein Wachstum des Kiefers. Auch, wenn die Internet-Gurus fest behaupten, ein Wachstums der Kieferknochen sei nach der Pubertät nicht mehr möglich, so zeigen die Profi-Bodybuilder von heute doch das genaue Gegenteil. Man vergleiche nur einmal die Kopfformen der Bodybuilder der 80er Jahre, in denen der Gebrauch von Wachstumshormon noch nicht die Regel war, mit denen der heutigen Generation an Profi-Bodybuildern.
Weitaus gefährlicher können die Nebenwirkungen einer Insulin-Anwendung ausfallen. Nach einer Insulin-Injektion ist es unabdingbar, das Wirkungsende abzuwarten, da man ansonsten eine lebensgefährliche Unterzuckerung erleiden kann. Heutzutage werden für gewöhnlich nur noch kurzwirksame Insuline mit einer maximalen Wirkungsdauer von 3-4 Stunden verwendet, weshalb ein reichhaltiger Post-Workout-Shake und eine anschließende stark Kohlenhydrat haltige Mahlzeit für gewöhnlich ausreicht, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Dennoch ist bei der Verwendung von Insulin Vorsicht angeraten: Eine zu lange und zu hochdosierte Anwendung kann einen Diabetes Millitus auslösen. Mehr hierzu im Anabolic Report No. 3 – Insulin.
Genannte Anabolika-Nebenwirkungen sind noch lange nicht alle unerwünschten Nebeneffekte einer Anabolika-Anwendung. Vor einer Kur sollten interessierte Sportler sich unbedingt ausreichend informieren. Hierfür gibt es gute Bücher, z.B. Anabole Steroide – Das Schwarze Buch, alternativ können intensive Vorgespräche mit einem Sportarzt und/oder Andrologen durchaus sinnvoll sein.


