Anabolika
Anabolika (Singular Anabolikum, griechisch) ist der Oberbegriff für anabole, also im Körper aufbauend wirkende Medikamente, Nahrungsergänzungen und ähnliche Substanzen (Proteinaufbau/Muskelaufbau). In die Gruppe der Anabolika gehören speziell die anabol/androgenen Steroide wie Testosteron und Nandrolon, aber auch andere Hormone wie das Wachstumshormon (HGH/STH), IGF-1 (insulinähnlicher Wachstumsfaktor-1), Insulin und beta-Sympathomimetika (z.B. Clenbuterol ). Zu den Anabolika werden im Allgemeinen aber auch natürliche Nahrungsergänzungsmittel wie Creatin oder Glutamin gezählt.
Im Volksmund werden allerdings nur die verschreibungspflichtigen und somit im Sport verbotenen Wirkstoffe wie beispielsweise die zuvor erwähnten anabol/androgenen Steroide auch wirklich als Anabolika bezeichnet. Alle hierzu zählenden Wirkstoffe sind bei offiziellen Wettkämpfen verboten und gelten somit als Doping. Dabei gehören Anabolika mit zu den beliebtesten Doping-Methoden. und die Anwendung von Anabolika ist keineswegs auf spezielle Sportarten begrenzt. Egal ob Bodybuilding, Leichtathletik, Kraftsport, Radsport, Basketball, Football oder Schwimmen – ja sogar im Fußball ist bereits der ein oder andere Dopingfall mit Anabolika bekannt. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Anabolika wirken nicht nur positiv auf die Muskelmasse, sondern sie verbessern auch die Kraftwerte und helfen bei der Regeneration. Und gerade im Spitzensport (z.B. bei den Olympischen Spielen) geht es oftmals um Sekunden oder Zentimeter, und genau hier können Anabolika durch ihre Kraft- und Regenerationsfördernde Wirkung den Unterschied ausmachen.
Trotzdem sollte man diese Aufbaupräparate nicht als Wundermittel ansehen. Wer Spitzenleistungen erbringen möchte, wird um ein hartes Trainingsprogramm und weitere Disziplin erfordernde Maßnahmen wie gesunder Ernährung und aktive Erholung nicht herum kommen. Anabolika sind das I-Tüpfelchen, jedoch niemals das „I“ selbst.
Trotz des Einsatzes in fast jeder Sportart werden Anabolika in den meisten Fällen mit Bodybuilding in Verbindung gebracht, der Grund hierfür ist offensichtlich. In keiner anderen Sportart können selbst Laien den Einsatz dieser Mittel erahnen. Die Muskelberge, die beispielsweise Profi-Bodybuilder aufzuweisen haben, sind auf natürlichem Wege nicht zu erreichen und beruhen zumindest zu einem kleinen Teil auf dem Einsatz von Anabolika, allen voran die eingangs erwähnten anabol/androgenen Steroide, das Wachstumshormon, Insulin, IGF-1 und beta-Sympathomimetika wie Clenbuterol.
Anabolika sind auf der ganzen Welt als Medikamente erhältlich, in den westlichen Ländern in der Regel nur auf Rezept, während beispielsweise Apotheken in Thailand, der Türkei und Mexiko diese Mittel rezeptfrei verkaufen dürfen.
Ein großes Problem stellt neben dem hohen Missbrauchspotential im Breitensport die immer weiter zunehmende Masse an gefälschten Anabolika-Präparaten dar, da die Nachfrage um einiges größer als Angebot auf dem Schwarzmarkt ist. Besonders die USA gehen bereits seit Jahren gegen den illegalen Verkauf von Schwarzmarkt-Anabolika vor, speziell auch gegen Verkäufe über das Internet, das immer mehr ein lukrativer Weg für Anabolika-Dealer zu sein scheint, die ihre Ware schnell und in großen Mengen unter das Volk mischen wollen. Seit Jahren gibt es deswegen Bewegungen, die sich für die Freigabe von Anabolika unter ärztlicher Aufsicht einsetzen, womit ein Großteil des illegalen Schwarzmarktes wegfallen und die Gesundheit der Anabolika-Verwender weniger gefährdet würde. Dass eine solche Freigabe eines Tages eintreten wird, ist mehr als fraglich.

