Androgen
Der Begriff „androgen“ ist sowohl Adjektiv als auch Substantiv. Das Adjektiv „androgen“ bezeichnet die Eigenschaft bestimmter Wirkstoffe, das Substantiv „Androgen“ bezeichnet eine spezielle Form von Hormonen.
„Androgen“ ist die Zusammensetzung des griechischen „andro“ (für „männlich“) und „gen“ (für „erzeugend“), bedeutet somit soviel wie „männlich machend“ oder „vermännlichend“. Gemeint sind hiermit Steroide, die eine virilisierende (lat., virilis = männlich) Wirkung entfalten. Bekannt ist der Begriff „virilisierend“ bzw. „Virilisierung“ im Bodybuilding speziell im Zusammenhang mit Frauen, die Steroide verwenden und unter Umständen als Nebenwirkung eine Virilisierung, also Vermännlichung, erfahren, die sich in einer Vertiefung der Stimme, Bartwuchs und markanteren Gesichtszügen äußern kann.
Als Androgene werden all jene Steroide bezeichnet, die bei Mensch und Tier über die Androgenrezeptoren männliche Merkmale entwickeln. Das bekannteste Androgen stellt das Testosteron dar. Ebenfalls zur Gruppe der Androgene gehören DHEA (Dehydroepiandrosteron), Androstendion und Androstendiol (die zusammen mit DHEA der ersten Generation kommerziell vermarkteter Pro-Hormone angehören), Androsteron und DHT (Dihydrotestosteron), das stärkste Androgen im menschlichen Organismus.
Androgene werden beim Mann in den Leydig-Zellen der Hoden und der Nebennierenrinde, bei der Frau in den Ovarien und ebenfalls der Nebennierenrinde gebildet, wobei festzuhalten ist, dass Frauen für gewöhnlich nur einen Bruchteil der Menge an Androgenen produziert, die ein Mann herstellt.
Die Hauptfunktion der Androgene besteht in der Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale und der Spermatogenese, einer Hemmung des Fettaufbaus, der Kraftentwicklung, dem Muskelaufbau und der Ausbildung und Funktion des männlichen Gehirns.
Die androgene Wirkung eines Androgens wird in wissenschaftlichen Studien für gewöhnlich mittels des Wachstums der Prostata und des Levitor ani, eines Oberschenkelmuskels, gemessen, die beide stark auf Androgene ansprechen. Versuche von dopenden Sportlern, die Androgenität eines Steroids anhand von Faktoren wie Muskelerhalt während einer Diät und einer Steigerung der Aggressivität zu bewerten, ist nicht möglich und ein reiner Mythos, da hier andere Faktoren, wie z.B. eine Unterdrückung der Cortisolproduktion und –wirkung eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Ebenso falsch ist die Annahme, dass vornehmlich androgen wirkende Steroide nur Kraft aufbauen, während vorrangig anabol wirkende Steroide nur Muskelmasse aufbauen, da die androgene Wirkung ebenfalls zum Muskelaufbau beiträgt.

