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17. Dezember 2008

Creatin

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Creatin ist entgegen der weit verbreiteten Meinung kein Anabolika, sondern eine natürlich vorkommende Aminosäure mit dem chemischen Namen Guanidin-Acetatsäure.

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Der Hauptanteil des täglich mit der Nahrung aufgenommenen Creatins (ca. 95%) wird in der Skelettmuskulatur eingelagert und gespeichert, die restlichen 5% verteilen sich auf das Gehirn, das Herz und die Hoden. Die körpereigenen Creatin-Speicher betragen ca. 150g und werden über die tägliche Nahrung aufgefüllt – rotes Fleisch und Fisch sowie Eiklar, Nüsse und Samen sind Creatin-Spender, allerdings keine allzu reichhaltigen, mit denen der tägliche Bedarf von bis zu 4g gedeckt werden könnte. Der menschliche Körper kann zwar Creatin zusätzlich in den Nieren, der Leber und dem Pankreas aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin herstellen, allerdings ist zu bezweifeln, dass hierdurch der Bedarf von Sportlern gedeckt werden kann. Daher kann es, speziell im Leistungssport, Sinn machen, zusätzlich mit Creatin zu ergänzen, um die Leistungsfähigkeit und den Muskelaufbau sinnvoll und ohne Anabolika zu fördern.

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Die Hauptfunktion des Creatin liegt in dessen Bedeutung im Energiestoffwechsel, doch kann Creatin Studien zufolge wohl auch direkt den Muskelaufbau fördern – ähnlich effektiv wie milde Anabolika. Durch die zusätzliche Energie, die durch die ergänzende Zufuhr von Creatin zur Verfügung steht, kann der Anwender intensiver trainieren, was die Proteinsynthese und somit den Muskelaufbau anregt. Wenn die Zellen mit Creatin gesättigt sind, speichern diese zudem mehr intrazelluläre Flüssigkeit – sie superhydrieren. Eine gut hydrierte Muskelzelle bietet u.a. durch eine verstärkte Glycogeneinlagerung ein anaboles Umfeld – je besser hydriert ein Muskel ist, desto intensiver läuft die Proteinsynthese (-> Muskelaufbau). Desweiteren lassen diverse Studien vermuten, dass die exogene Zufuhr von Creatin die Muskelzellen schneller regenerieren lässt. Einen ähnlichen Effekt entfalten Anabolika (anabole/androgene Steroide).

Doch nicht jeder Anwender erfährt Anabolika ähnlichen Muskelaufbau mit Creatin. Woran liegt das? Im Allgemeinen können drei erfolgsvernichtende Faktoren beobachtet werden:

1.    Der Anwender benutzt Billig-Creatin. Dies ist kein Marketing-Gag, um den Verkauf von teurem Creatin anzukurbeln – es ist die Wahrheit! Besonders aus China können Großhändler Creatin zum Spottpreis beziehen, was dann oftmals verunreinigt und/oder mit wertlosem Creatinin gestreckt ist.

2.    Das falsche Dosierungsschema wird verwendet. Wer die Einnahmeempfehlungen deutscher Hersteller befolgt, die aus rechtlichen Gründen keine leistungssteigernden Dosierungen für den Muskelaufbau - sondern jene, die nur zur Nahrungsergänzung dienen - angeben dürfen, wird enttäuscht sein. Mit 2 oder 3g Creatin Monohydrat wird niemand einen Anabolika ähnlichen Muskelaufbau  erzielen.

3.    Die falsche Creatin-Art wird verwendet. Das Nonplusultra stellt weiterhin das Creatin Monohydrat dar. Es gibt darüberhinaus eine Vielzahl unterschiedlicher Creatin-Sorten, die allesamt noch viel besser wirken sollen. Von Patenten wird geschrieben, von pH stabilem Creatin und Mischungen vieler verschiedener Creatin-Sorten, die allesamt wie Anabolika wirken und den Muskelaufbau noch besser als Creatin Monohydrat ankurbeln sollen. In wie weit solche Aussagen glaubhaft sind, soll jeder Anwender für sich selbst beurteilen. Im Bodybuilding gilt der Spruch „Stick with the Basics!“ (Bleib bei den grundlegenden Dingen!) mehr denn je. Creatin Monohydrat und Creatin Ethyl Ester wirken erwiesenermaßen am besten.




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