Diuretika / Diuretikum (Entwässerungstabletten)
Ein Diuretikum (Mehrzahl Diuretika) stellt ein Medikament dar, welches bei Mensch oder Tier zur Entwässerung verschrieben wird, beispielsweise dann, wenn der Körper vermehrt Flüssigkeit im Körper zurückhält, beispielsweise bei chronischer Herzinsuffizienz.
Hierbei werden verschiedene Gruppen von Diuretika unterschieden:
Schleifendiuretika wie Furosemid (Lasix) oder Torasemid stellen die wirkungsstärksten und gefährlisten Diuretika dar. Sie entziehen dem Körper schnell große Mengen an Flüssigkeit und schwemmen hierbei u.a. wichtige Mineralien wie Kalium und Natrium aus. Speziell bei Bodybuildern, die vor einem Wettkampf ohnehin schon stark entwässert sind, gelten Schleifendiuretika als extrem gefährlich und sind bereits mit einigen Todesfällen in Verbindung gebracht worden. Schleifendiuretika werden fast ausschließlich am Tage vor einem Wettkampf bzw. am Wettkampftag selbst eingenommen.
Aldosteronantagonisten wie Spironolacton (Aldactone) gehören zu den eher milden Diuretika, da sie, ähnlich wie kaliumsparende Diuretika wie Amilorid oder Triamteren, zu keiner zu starken Ausschwemmung lebenswichtiger Mineralstoffe führen und somit verträglicher für den Organismus sind. Durch die Milde begründet sich auch die weniger starke diuretische Wirkung. Aldosteronantagonisten werden für gewöhnlich über einen längeren Zeitraum und in niedriger Dosierung eingesetzt. Vor einem Bodybuilding-Wettkampf erfolgt der Einsatz zumeist ein bis zwei Wochen vorher.
Thiaziddiuretika wie Hydrochlorothiazid spülen vorrangig Natrium aus dem Körper und werden deshalb gerne als begleitende Therapie bei Hypertonie (Bluthochdruck) verwendet, u.a. auch deshalb, weil Thiazide die Blutgefäße weiten. Im Bodybulding ist der Einsatz von Thiaziddiuretika eigentlich nicht mehr aktuell.
Osmotische Diuretika wie Mannit oder Sorbit, auch Plasmaexpander genannt, ziehen das Wasser aus dem Gewebe und binden es intravasal, was zu einem Anstieg des Blutplasmavolumens und somit zu einem geäderten Look führt, sofern ein entsprechend niedriger Körperfettanteil besteht. Plasmaexpander sind ein im Wettkampfbodybuilding beliebtes Hilfsmittel, um zum einen überschüssige Flüssigkeit aus dem Unterhautfettgewebe zu ziehen und zum anderen, als positiven Nebeneffekt, einen vaskulären Look zu erzielen.
Es gibt auch noch eine ganze Palette an natürlichen Diuretika, wie beispielsweise harntreibende Tees oder Tabletten, zumeist mit altbekannten Heilkräutern und -pflanzen wie Brennnessel (Wirkstoff Taraxum), Birkenblätter oder Löwenzahn. Aber auch Substanzen wie Coffein wirken erwiesenermaßen diuretisch. In der Tat stellt Coffein ein sehr potentes Diuretikum dar. Verzichten sollte man allerdings auf maßlos überteuerte Kombipräparate aus den USA, die zwar verheißungsvolle Inhaltsstoffe auf dem Etikett aufgeführt haben, die letztenendes aber nichts weiter als die lateinischen oder anderweitigen Bezeichnungen für billige Kräuter und Pflanzen sind, die hierzulande auf jeder Kuhwiese wachsen. Ein sehr gutes Beispiel ist hier der bekannte Löwenzahn, der in genannten Produkten gerne als “Taraxum” bezeichnet wird, was sich zugegebenermaßen schon recht medizinisch anhört. Trinken Sie Brennnesseltee, nehmen Sie Löwenzahn- oder Coffein-Tabletten ein und profitieren Sie von derselben Wirkung bei weitaus geringeren Kosten.


