Doping
Unter Doping versteht man im Allgemeinen die unethische und unerlaubte Anwendung von Medikamenten und Verfahren, um sich gegenüber der sportlichen Konkurrenz Vorteile zu verschaffen. Bereits seit Menschengedenken wird versucht, besser als der andere zu sein, was im Laufe der Zeit dazu geführt hat, speziell im Wettkampf zwischen verschiedenen Nationen, die unterschiedlichsten Dopingverfahren zu entwickeln.
In der Antike wurde sich vor sportlichen Wettkämpfen mit Ochsenblut, Stierhoden und Löwenherzen „gedopt“, da man der Meinung war, dass hierdurch die unbändige des entsprechenden Tieres auf einen selbst übergehen würde. Weitaus weniger abenteuerlich fanden dann die ersten Dopingversuche der Neuzeit statt. 1886 wurde der erste Todesfall in Verbindung mit Doping bekannt, als der Radrennfahrer Tom Linton vermutlich an einer Überdosis Coffein starb. Der Franzose Charles Brown-Sequard vermarktete wenige Jahre später eine Art Verjüngungselixier aus Testosteron haltigen Extrakten aus Meerschweinchen- und Hunde-Hoden. Im Zweiten Weltkrieg „dopten“ die deutschen Soldaten mit Testosteron-Injektionen.
Die ersten Dopingvorwürfe im sportlichen Bezug wurden während der Olympischen Spiele 1952 laut, bei denen das russische Team bis dahin unglaubliche Leistungen erbrachte. Zwei Jahre später erfährt Dr. John Ziegler von einem russischen Trainer, dass dessen Mannschaft mit Testosteron gedopt war. Zwei Jahre später entwickelte Dr. Ziegler „Dianabol“, was fortan für enorme Leistungssteigerungen bei amerikanischen Olympioniken sorgen sollte.
In Ostdeutschland wurde Anfang der 60er Jahre dann ebenfalls mit dem Doping begonnen, als Dopingmittel Nr. 1 Chlordehydromethyltestosteron an unwissende Athleten als Vitamin-Tabletten verabreicht wurde. Chlordehydromethyltestosteron ist besser bekannt unter dem damaligen Markennamen „Oral Turinabol“.
1964 veröffentlichte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die weltweit erste Dopingliste mit allen bis dato verbotenen Mitteln. Anabole/androgene Steroide werden noch nicht als Doping beurteilt.
Die Dopingskandale, die bisher am meisten Aufsehen erregt haben: 1988 wurde die Sprinterlegende Ben Johnson positiv auf das anabole/androgene Steroid Stanozolol (Winstrol) getestet. 1992 kann den deutschen Eliteathleten Kathrin Krabbe und Grit Breuer das Asthmamedikament und Rinderzuchtmittel Clenbuterol nachgewiesen werden, woraufhin beide für zwei Jahre gesperrt werden. 1996 stirbt der ehemalige Top-Bodybuilding-Profi Andreas Münzer. Bei ihm wird multiples Organversagen durch jahrelangen überdosierten Anabolika-Missbrauch festgestellt. Der anschließend im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ veröffentlichte angebliche Dopingplan Münzer´s ist schockierend. Es wurden tägliche Steroidmengen aufgeführt, die im medizinischen Bereich für wochenlange Anwendungen reichen würden. 1999 wird der deutsche Langstreckenläufer Dieter Baumann positiv auf das anabole/androgene Steroid Nandrolon getestet. Er bestreitet bis heute das wissentliche Doping und behauptet, man habe ihm das Nandrolon in die Zahnpasta gemischt. 2003 sorgt die so genannte „BALCO-Affäre“ für weltweites Aufsehen. BALCO soll zahlreiche Weltklasse-Sportler mit dem bis dato unbekannten und nicht nachweisbaren anabolen/androgenen Steroid THG (Tetrahydrogestrinon) beliefert haben, was lediglich durch einen Insidertipp ans Tageslicht gefördert werden konnte. 2006 wird der Radrennsport ein Synonym für das Doping, da zahlreiche Teilnehmer positiv auf u.a. EPO und Wachstumshormon getestet und bei Razzien unzählige Präparate bei Teilnehmern und Trainern gefunden wurden. Dieser Skandal war dann Anlass, seitens der deutschen Regierung ein neues Anti-Doping-Gesetz herauszugeben, bei dem u.a. der zukünftige zulässige Eigenbesitz geregelt wird. Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in China überschatten zahlreiche Dopingfälle mit dem anabolen/androgenen Steroid Methyltrienolon (Metribolon) die Geschehnisse, zahlreiche Athleten werden lebenslang gesperrt.
Aber nicht nur im Humanbereich wird gedopt. So konnte bei genannten Sommerspielen ebenfalls das Pferd eines deutschen Reiters des Dopings überführt werden, da dieses mit einer speziellen, auf der Dopingliste stehenden Creme, behandelt worden war.
Weiterführende Informationen:
Die Geschichte der Dopingtests im Sport, Teil 1/3
Die Geschichte der Dopingtests im Sport, Teil 2/3
Die Geschichte der Dopingtests im Sport, Teil 3/3

