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12. November 2008

Ephedrin (Ephedra)

Ephedrin wirkt sympathomimetisch (anstriebssteigernd) und ist somit der Gruppe der Stimulanzien zuzuordnen, weshalb es auch auf der Dopingliste steht.

Ephedrin ist ein natürlich vorkommendes Alkaloid, das u.a. aus der Pflanze Ephedra sinica (Ma Huang) und Sida Cordifolia gewonnen wird. Ephedrin wird in der Schulmedizin u.a. bei asthmatischen  Anfällen und Adipositas  eingesetzt.

Ephedrin setzt genau wie Amphetamin Noradrenalin und Adrenalin frei. Es erzeugt im Körper eine Thermogenese (Wärmeentstehung im Körper), indem es über verschiedene Mechanismen leicht die Körpertemperatur erhöht, was eine erhöhte Kalorienverbrennung zur Folge haben kann. Zusätzlich  stimuliert es die Schilddrüse, indem es das schwächere T4 (Levothyroxin) in die stärkere T3 (Liothyronin) umwandelt, wodurch es den Stoffwechsel beschleunigt. Studien belegen, dass die Umwandlungsrate mit fortschreitender Anwendung steigt.  Ephedrin stellt somit einen potenten „Fatburner“ dar.

Vor allem aber Wettkampfbodybuilder, die eine strenge und harte Diät machen, benutzen das Ephedrin gerne. Es reduziert den Appetit sehr stark, was das Durchhalten einer Wettkampfdiät ein wenig erleichtert.

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Da Ephedrin auch von der Struktur dem Amphetamin ähnelt, hat es auch eine leichte Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Dies bedeute in der Praxis, dass ein intensives und vor allem schmerzfreies Training möglich ist, auch während einer kalorienreduzierten Ernährung, wie es eben eine Diät darstellt. Durch die Stimulierung des zentralen Nervensystems wird die Konzentration, Wachsamkeit und das Zusammenspiel von Muskel und Nerv erheblich verbessert. Ein hartes Training kann den Stoffwechsel stark ansteigen lassen, womit wir erneut bei einer gesteigerten Fettverbrennung angelangt wären. Diese Tatsache gilt auch bei starken Diäten, wo die Kalorien- und Kohlenhydratezufuhr eingeschränkt ist.

Da Ephedrin, wie zuvor erwähnt, eine anorektische, also appetitmindernde Wirkung entfaltet, lassen Anwender gerne mal die ein oder andere Mahlzeit aus oder vergessen diese schlichtweg einzunehmen. Genau das ist auch der Effekt, der laut Studien zum Gewichtsverlust führt. Diese Tatsache ist auch in einigen wissenschaftlichen Studien ausreichend belegt worden. Trotzdem sollte keine Nulldiät gemacht werden. Zumindest sollte die Eiweißaufnahme  hoch gehalten werden, um nicht die  vorhanden  Muskelmasse zu verbrennen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird (mindestens 2,5 Liter, am besten stilles Mineralwasser oder Tee).

Auf Grund der besagten antriebssteigernden Wirkung benutzen Bodybuilder, generell leistungsorientierte Athleten, das Ephedrin gerne als so genannten „Trainings-Booster“. Bereits eine gute Stunde nach der Einnahme ist ein Kraftzuwachs von ca. 10-25% zu verspüren, was die rege Anwendung vor einem schweren Training erklärt. Die hierbei verwendete Dosierung liegt erfahrungsgemäß zwischen 25 und 50mg Ephedrin. Wird Ephedra (Ma Huang) oder Sida Cordifolia verwendet, so ist der echte Ephedrin zwar schwer zu bestimmen, dennoch geben die meisten Anbieter einen Richtwert an, wieviel Prozent des begehrten Alkaloids im Produkt enthalten ist.

Zu Diät-Zwecken verwenden Frauen 1-3 x täglich jeweils 10-25mg Ephedrin, Männern nehmen das Doppelte, nämlich 1-3 x jeweils 20-50mg. Gerne hinzugestackt werden hier Coffein und Acetylsalicylsäure (Aspirin), was die Wirkung gemäß diverser Studien verstärkt. Jedoch ist bei diesem Vorgehen Vorsicht anzuraten: Sowohl Ephedrin als auch Coffein lassen den Blutdruck stark ansteigen, die Kombination beider Stoffe kann ernste Nebenwirkungen hervorrufen.

Nebenwirkungen können sich in Form von Herzrasen, Schlaflosigkeit, Tremor (leichtes Fingerzittern ), Kopfschmerzen, Schwindel und Bluthochdruck äußern. Ephedrin sollte nicht eingenommen werden, wenn der Anwender schon unter zu hohem Blutdruck und einer Überfunktion der Schilddrüse leidet. Bei häufigem Ephedringebrauch kann es zu einer Gewöhnung und Toleranzentwicklung kommen, wodurch höhere Dosen eingenommen werden müssen, um denselben Effekt zu erzielen.

Gleichzeitig können sich Gefühle von dauerhafter Mattigkeit und Niedergeschlagenheit und Schlafstörungen (ein sogenannter Aufputsch-Hangover) einstellen. Darüber hinaus kann ein längerer intensiver Konsum zu psychischer Abhängigkeit führen.

Mögliche Langzeitfolgen sind nicht auszuschließen und äußern sich in  Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit, Gereiztheit, Nervosität, aggressivem Verhalten, Herzrhythmusstörungen und chronischem Bluthochdruck.

Ephedrin in reiner Form (zumeist Ephedrin HCL) ist EU-weit rezeptpflichtig und Ephedra haltige Produkte in den meisten EU-Ländern nicht als Supplements verkehrsfähig. Dennoch bieten einige wenige Supplement-Anbieter im Internet Produkte mit Ephedra an, wohlwissend, dass sie sich hierdurch in einer grauen Zone bewegen. Trotz des Ephedrin-Gehalts selbst in Deutschland nicht verboten: Sida Cordifolia. Ein sehr guter ECA-Stack stellt das englische Sci-Sida dar, welches auf zwei Kapseln neben 500mg Guarana (Coffein) und 200mg White Willow (Salicin > Acetylsalicylsäure) auch noch 260mg Sida Cordifolia mit einem 10%igen Alkaloid-Anteil enthält.




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