Fluoxymesteron (Halotestin®)
Fluoxymesteron, weltweit bekannt unter dem Markennamen Halotestin®, gilt für Bodybuilder und Powerlifter als das stärkste verfügbare orale Steroid. Allein das Wort „Halotestin®“ erzeugt bei vielen Wettkampfbodybuildern und Powerliftern glänzende Augen. Und das nicht ohne Grund, denn es weißt Eigenschaften auf, die viele andere Steroide nicht haben.
Lassen wir mal nackte Zahlen sprechen: Fluoxymesteron soll 19 x anaboler und 8,5 x androgener sein als das Referenzsteroid Testosteron. Angesichts dieser Fakten müssten Athleten einen deutlich höheren Muskelzuwachs im Vergleich zu Testosteron aufweisen, was in der Praxis jedoch nicht der Fall ist.
Das liegt daran, dass genannte Zahlen selten In Vitro, also am Menschen, sondern vielmehr am Tier getestet zustande kommen. Fluoxymesteron selbst ist ein eher schwaches Androgen, hemmt dafür aber das Cortisol wie kein anderes Steroid. Fühlt sich der Athlet schlapp, müde, lethargisch und kann kein intensives Training ausführen, können erhöhte Cortisolwerte im Körper Schuld daran sein. Sollte dieser Zustand länger andauern, kann es sogar zum Muskelabbau kommen.
Es entfaltet seine Wirkung hauptsächlich über den Glucocorticoidrezeptor, wo es das andocken des Cortisol an seinem Rezeptor hemmt. Darüber hinaus verhindert Fluoxymesteron sogar die Umwandlung des schwächeren Cortison zum Cortisol über das 11-ß-HSD Enzym. Und das ist genau der Grund, weshalb der Athlet sehr intensiv und vor allem aggressiv sein Training durchführen kann, auch während einer Diät, wo die Kalorien fehlen.
Trotz der nicht ganz so stark androgenen Seite wird Fluoxymesteron dennoch gerne mit erhöhter Aggressivität und Körperkraft in Verbindung gebracht, was laut den gängigen Mythen bisher immer nur stark androgenen Steroiden vorbehalten war. Die Lösung liefert Kultsteroide Vol. 2 – Fluoxymesteron: laut psychologischen Studien wird eine geringe Cortisolwirkung mit aggressiven Verhalten assoziiert.
Viele Sportler berichten während einer Einnahme auch von einem definierteren Look und einer verringerten Wasserspeicherung im Unterhautfettgewebe. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, das Fluoxymesteron an den Aldosteronrezeptor andockt und somit einen direkten diuretischen Effekt erzielt. Mehr Infos hierzu im im letzten Abschnitt angesprochenen Buch.
Obwohl dieser Wirkstoff nur eine geringe anabole und androgene Wirkung aufzeigt, kann es innerhalb kürzester Zeit die Eigenproduktion der Hoden lahm legen. Das liegt an dem Rückgang der beiden Hormone TSH und TRH die für das Gonadotropin zuständig sind.
Obwohl Fluoxymesteron eine kurze Halbwertszeit aufweist, hat das IOC einen Weg gefunden, auch nach Beendigung der Einnahme von Fluoxymesteron nach zwei Monaten den Gebrauch nachzuweisen. Auf Doping getestete Athleten wissen dies und planen eventuelle Absetzphasen gründlich ein.
Interessant ist die Tatsache, dass es unter Anwendung von Fluoxymesteron zwar zu einer Reduzierung des Schilddrüsenwerts T3 kommen kann, der T4 Wert hiervon jedoch unberührt bleibt. Trotzdem bleibt die Funktion der Schilddrüse unverändert. Auch andere Steroide wie Trenbolon können die T3-Werte senken.
Eine andere Wirkung, die für Bodybuilder eher uninteressant ist, ist die Erhöhung der roten Blutkörperchen und des Hämoglobin-Werts. Dieser Vorgang zieht eine erhöhte Sauerstoffaufnahme nach sich, was besonders wichtig in Sportarten ist, wo eine hohe VO2 notwendig ist.
Fluoxymesteron in Form von Halotestin® ist schon seit längerem nur noch in den USA und einigen wenigen europäischen Apotheken erhältlich. Aus Mexiko stammt Stenox, das mit 2,5mg Fluoxymesteron pro Tablette nicht gerade üppig dosiert. Ansonsten ist derzeit Baojen aus Taiwan gut auf dem europäischen Anabolika-Schwarzmarkt erhältlich. Eine Kapsel enthält 5mg. Im Bereich der Untergrundlaboratorien sieht es schon besser aus: etablierte UGLs wie International Pharmaceuticals (IP) und Moonlight Pharmaceutics bieten Fluoxymesteron ebenso an wie kleinen Homebrewer. Jedoch ist hier Vorsicht geboten, da der Rohstoff sehr teuer und die Verlockung, einen Betrug am Kunden zu begehen, eindeutig gegeben ist.

