Frontload
Ein Frontload beschreibt das Überladen mit einem oder mehreren Depotsteroiden zu Beginn einer Anabolika-Kur, was durchaus Sinn ergibt, wenn man zuvor über einige Gegebenheiten Bescheid weiß.
Anabole/androgene Steroide können oral in Form von Tabletten, Kapseln und Liquids eingenommen oder direkt in die Muskulatur injiziert werden. Während orale Wirkstoffe für gewöhnlich eine sofortige Wirkung entfalten, benötigen die meisten injizierbaren Steroide eine gewisse Anlaufzeit. Gemeint sind hier ausschließlich Depotsteroide, die an lange Ester gebunden sind. Suspensions wie Testosteron Suspension auf Wasserbasis und Stanozolol-Injektionen ohne Ester weisen ähnlich wie bei oraler Zufuhr eine sofortige Wirkung auf. Beispiele für Depotsteroide wären Testosteron Enantat oder Cypionat und Boldenon Undecylenat. Die an das Steroidmolekül angehängten Ester (Fettsäuren) geben den Wirkstoff nur sehr langsam frei, was eine lange und weitestgehend konstante Wirkung verspricht. Der Nachteil hierbei liegt jedoch auf der Hand: Dadurch, dass der Wirkstoffspiegel im Blut durch die langsame Abgabe der injizierten Steroide vom Ester nur müßig steigt, lässt die erwartete Wirkung natürlich auf sich warten. Abhilfe kann hier ein Frontload schaffen.
Bei einem Frontload wird für gewöhnlich die doppelte, drei- oder mehrfache Menge der anvisierten Wochendosis injiziert. Zwar wird der Wirkstoff hierbei ebenfalls nur langsam ins Blut abgegeben, allerdings vervielfacht sich die Menge hierbei je nach Größe des Frontloads. Zur Verdeutlichung: Wird zu Beginn einer Anabolika-Kur 250mg Testosteron Enantat injiziert, so steigt der Testosteron-Spiegel langsam und kontinuierlich über mehrere Tage an, bis er im Laufe der nächsten 10 bis 14 Tage wieder deutlich in Nähe des Ausgangswertes sinkt. Nehmen wir an, dass von 250mg Testosteron Enantat (was ca. 180mg reinem Testosteron nach Abzug des Enantat-Esters gleichkommt) in der ersten Woche 60mg freigesetzt werden. Diese Menge wird noch keine deutliche Leistungssteigerung bewirken. Wird nun jedoch am ersten Tag der Kur 500 oder 750mg injiziert, so erhöht sich die freigesetzte Menge innerhalb der ersten Woche schon auf 120 bis 180mg, und das wird definitiv eine leicht spürbare Leistungssteigerung zur Folge haben.
Anabolika-Verwender haben im Laufe der Zeit verschiedene Arten eines Frontloads entwickelt. Während viele ausschließlich am ersten Tag einen Frontload vornehmen, verteilen andere die gewünschte Menge auf 2 oder 3 Tage, um das Injektionsvolumen möglichst klein zu halten. In den USA ist auch ein Frontload-Schema beliebt, bei dem in der ersten Woche eine tägliche Injektion vorgenommen wird, was ab der zweiten Woche dann auf die normale gewünschte Wochendosis reduziert wird. Welche Form nun die beste ist, kann nicht pauschal bestimmt werden, da jeder Anwender unterschiedlich reagiert. Für Hobbysportler sollte jedoch ein Frontload an den ersten beiden Tagen mit der doppelten anvisierten Wochendosis ausreichen.

