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12. November 2008

Gynäkomastie

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Die Gynäkomastie beschreibt das Anschwellen des männlichen Brustdrüsengewebe. Hierbei schwillt das Gewebe um den Brustwarzenvorhof an und wird druckempfindlich. Nicht selten bilden sich hinter der Brustwarze kleine Knoten und die Brustwarze kann in Einzelfällen auch nässen.

Man unterscheidet einige verschiedene Arten der Gynäkomastie:

Die Pubertätsgynäkomastie – Bei dieser Form der Gynäkomastie entwickeln sich weibliche Brüste währen der Pubertät, ausgelöst durch ein Übermaß an weiblichen Hormone, z.B. Östrogenen. Die Pubertätsgynäkomastie ist nicht schädlich, kann jedoch eine erhebliche psychische Belastung für den Betroffenen darstellen. Ein kosmetischer Eingriff kann hier Abhilfe schaffen, bei dem das Brustdrüsengewebe einfach entfernt wird. Ein solcher Eingriff ist nicht sehr kostenintensiv und wird von vielen Krankenkassen übernommen.

Die Fettgynäkomastie bzw. die „unechte Gynäkomastie“ – Bei der Fettgynäkomastie handelt es sich im Grunde um keine Erkrankung der Brustdrüsen bzw. einer Gynäkomastie im eigentlichen Sinn. Vielmehr entwickeln sich „weibliche Brüste“ durch krankhaftes Übergewicht. Eine kosmetische Operation schafft hier keine Abhilfe, der Betroffene kann in diesem Fall nur ganzheitlich Körperfett reduzieren.

Die Altersgynäkomastie – Hierbei handelt es sich aus einer Mischung der beiden erstgenannten Gynäkomastieformen. Da sich im Alter das Verhältnis von Fett zu Muskelmasse zugunsten des Fetts verschiebt, können allein hierdurch schon „Brüste“ entstehen, was weiter durch eine Verschiebung im Bereich der Geschlechtshormone begünstigt wird. Bei der Altersgynäkomastie liegt also eine Mischung aus Fettansammlung und einer echten, durch weibliche Hormone ausgelösten, Brustdrüsenschwellung vor.

Die Steroid-Gynäkomastie – Die Form der Gynäkomastie ist wohl die einzige, die sich Männer selbst und wissentlich zuführen, auch wenn sie in den seltensten Fällen gewollt ist. Durch die supraphysiologische Zufuhr an aromatisierenden Androgenen erfolgt eine übermäßige Östrogenproduktion, was jedoch von Anwender zu Anwender und je nach verwendetem Präparat verschieden ist. Besonders Athleten mit einem hohen Körperfettgehalt leiden häufiger unter einer Gynäkomastie als jene, die gut in Form sind, da das Aromatase-Enzym u.a. auch im Fettgewebe gebildet wird. Dopende Sportler begegnen einer Steroid-Gynäkomastie mit den verschiedensten Mitteln, Östrogenrezeptoren-Blocker bzw. –Modulatoren wie Tamoxifen (Nolvadex) wären hier an erster Stelle zu nennen. Diese blockieren die Östrogenrezeptoren u.a. im Brustdrüsengewebe, wodurch keine Östrogene mehr andocken und aktiv werden können, was eine Gynäkomastie wirkungsvoll lindern bzw. im Vorfeld komplett ausschließen kann. Eine weitere Strategie ist der Einsatz von Aromatasehemmern wie Anastrozol (Arimidex), die die Östrogenentstehung von Grund auf zu einem Großteil verhindern.

Die Gynäkomastie wird in einigen dopinggetesteten Bodybuilding-Vereinen auch als deutliches Anzeichen eines Anabolika-Missbrauchs gewertet, wodurch betroffene Athleten entweder gesperrt oder verwarnt werden können.




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