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12. November 2008

Roidkater / Steroidkater

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Der Roidkater bzw. Steroidkater ist eine neue Wortschöpfung der dopenden Bodybuildergemeinde. Gemeint sind hiermit die Schmerzen, die nach einer Anabolika-Injektion auftreten können. Gemeint ist hier natürlich nicht der Stich der Nadel beim Ansetzen der Spritze, sondern vielmehr ein Muskelkater ähnliches Gefühl im Muskel, das je zwischen einem und mehreren Tagen anhalten kann.

Doch wie kommt es zum Roidkater bzw. Steroidkater? Jeder, der schon einmal ein Steak zubereitet hat, weiß, dass Muskelfleisch anders als Fettgewebe recht zäh ist. Je zäher etwas ist, desto schwieriger wird es, etwas dort hinein zu injizieren, da das injizierte Mittel ja auch ein gewisses Volumen im Muskel verbraucht und somit mehr oder weniger in den Muskel hineingepresst wird. Natürlich entsteht im Muskel selbst dann je nach injizierter Menge ein gewisser Druck, der thematisierten Roidkater auslösen kann. Ein Steroidkater ist ungewöhnlich bei Injektionsmengen von 1ml, die Gefahr steigt jedoch mit dem Injektionsvolumen.

Ein weiterer Grund für einen Roidkater kann ein hoher Benzylalkoholgehalt der injizierten Lösung sein. Dieser wird für gewöhnlich den Injektionslösungen beigemischt, um diese zu sterilisieren. Allerdings übertreiben es gerade viele Homebrewer und Untergrundlaboratorien, was der Kunde dann anhand brennender Injektionsschmerzen und einem anschließenden Steroidkater bemerkt. Benzylalkoholmengen von mehr als 5 % sind weder notwendig noch ratsam, da Alkohol als Zellgift wirkt und das Areal, in das injiziert wurde, bei Öfteren Injektionen absterben lassen kann.

Infos zur richtigen Injektionstechnik...

Infos zur richtigen Injektionstechnik...

Aber auch falsche Wirkstoffmengen können zu einem Roidkater führen. Wie viel Milligramm Wirkstoff pro Milliliter Öl gelöst werden kann, steht fest, und trotzdem übertreiben es viele Homebrewer und Untergrundlaboratorien gerne, um sich von der Konkurrenz abzuheben, was u.a. am Beispiel Testosteron Enantat deutlich wird: Sind Dosierungen von 250mg Testosteron Enantat pro Milliliter Öl in der Humanmedizin üblich, so scheinen sich die Hersteller aus dem Untergrund hierbei geradezu gegenseitig überbieten zu wollen. Anbieter A packt 300mg Testosteron Enantat in seine Lösungen, Anbieter B dann schon 400mg, während Anbieter C dann noch einen draufsetzen muss und sein Testosteron Enantat mit 500mg/ml anbietet. Es hat sogar mal einen Homebrewer gegeben, der ein Produkt mit 600mg/ml angeboten hat und dann verdutzt war, dass seine Kunden für 4, 5 oder mehr Tage nach einer Injektion in den Gesäßmuskel nicht mehr laufen konnten. Mal davon abgesehen, dass sich eine derartige Wirkstoffmenge nicht optimal im Öl lösen lässt, so „verklumpt“ der Wirkstoff auch nach der Injektion im Muskel, was in den meisten Fällen zu einem extrem unangenehmen Steroidkater führt.

Eine letzte Möglichkeit, sich einen Roidkater „einzufangen“, besteht in der falschen Injektionstechnik. Wer in einen angespannten Muskel injiziert, muss (unter Schmerzen) die Injektionslösung förmlich in die Muskulatur pressen, was diese einer starken Belastung aussetzt und mit einem Steroidkater antworten lässt.

Mögliche Vorsichtsmaßnahmen, um einem Steroidkater zu entkommen:

  • Nur original Apothekenprodukte verwenden, bei denen der Benzylalkohol- und Wirkstoffgehalt stimmt
  • Niemals mehr als 1ml in kleine und niemals mehr als 2ml auf einmal in große Muskelgruppen injizieren
  • Die Muskulatur bei der Injektion entspannen
  • Nach der Injektion die betroffene Stelle ein oder zwei Minuten lang massieren, damit sich das Öl besser im Muskel verteilt

Mehr Informationen zur korrekten Injektionstechnik im Anabolic Report No. 1 – Die Injektion.




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