Steroid-Akne
Zu den am häufigsten zu beobachtenden Nebenwirkungen einer Anabolika-Einnahme zählt die so genannte Steroid-Akne bzw. Anabolika-Akne. Dass dopende Sportler oftmals eine Akne entwickeln, ist nicht verwunderlich, da Akne ja auch ein Begleitsymptom der Pubertät ist, in der ein Maximum an androgenen Hormonen produziert wird. Kein anderes Bild stellt das Dopen mit anabolen/androgenen Steroiden dar. Ein Übermaß an Androgenen lässt nicht nur die Muskeln wachsen, sondern auch die Talgdrüsen. Hinzu kommt eine vermehrte Sebumproduktion und eine follikuläre Hyperkeratose, was zu einer vermehrten Ansiedlung von Aknebakterien in den Talgdrüsenfollikeln führt, was zur gefürchteten Akne führt.
Abhängig ist das Ausmaß der Steroid-Akne von der Veranlagung des Einzelnen und der zugeführten Steroide. Wenig androgene Steroide bergen weniger Risiko, an einer Steroid-Akne zu erkranken, als stark androgene Wirkstoffe. Speziell Testosteron und dessen Abkömmlinge sowie DHT (Dihydrotestosteron) sind dafür bekannt, dass sie besonders stark an die Androgenrezeptoren der Haut binden und Akne begünstigen können.
Es gibt verschiedene Formen der Steroid-Akne. Die leichteste ist die Akne, wie man sie im Allgemeinen kennt. Kleine Pickel, besonders im Gesicht, mit eitrigem Innenleben. Dieser Akne kann man eventuell noch mit antibakteriellen Lösungen und mehrmaligem gründlichen Waschen pro Tag entgegenwirken. Die nächste Stufe stellt genannte Form der Akne dar, die sich dann jedoch über den kompletten Körper verteilt, speziell auf Brust und Rücken. Bodybuilder, die den Rücken übersät mit Pickeln haben, können entweder sehr sensible auf das körpereigene DHT sein, sind im größten Teil aller Fälle jedoch Anabolika-Verwender. Die schlimmste Form der Steroid-Akne stellt die Akne dar, die oberflächlich kein Eiter trägt, sondern tief unter der Haut wächst und dicke, schmerzende Beulen verursacht. Dadurch, dass sich hierbei fast alles unter der Haut abspielt, können hässliche Narben entstehen, die in aller Regel dem Anwender sein Leben lang erhalten bleiben.
Behandlungsmöglichkeiten einer Steroid-Akne stellen in erster Linie ein Absetzen der stark androgenen Steroide und eine Behandlung mit einer antibakteriellen Lösung dar. Ebenfalls können natürliche Nahrungsergänzungen wie Zink in hoher Dosierung und Saw Palmetto als DHT-Blocker ausprobiert werden. Wenn das nicht hilft, kann eventuell ein DHT-Hemmer wie z.B. Dutasterid helfen, der speziell das Isoenzym I blockiert, welches vermehrt in der Haut vorzufinden ist. Die Einnahme von Isotretionin (Roaccutan) sollte jedoch nur eine Notlösung darstellen und zuvor unbedingt mit einem erfahrenen Mediziner abgesprochen werden, da die Einnahme mit teils schweren Nebenwirkungen wie einer kompletten Eintrocknung der Haut einhergeht.
