Steroide
Das Wort „Steroide“ stammt vom griechischen „steréo“, was soviel wie „starr“ bedeutet, und vom „oeidis“, was für „ähnlich“ steht. Zusammengesetzt bedeutet „Steroide“ demnach soviel wie „dem Starren ähnlich“. Steroide sind spezielle Lipide (Fette) und Derivate des Kohlenwasserstoffs Steran. Am bekanntesten dürfte der Begriff durch das Doping mit anabolen/androgenen Steroiden sein.
Dabei sind Steroide keinesfalls nur anabole oder androgene Wirkstoffe. Es gibt eine große Zahl unterschiedlicher Steroide, angefangen bei den Glucocortikoiden (z.B. Cortison, ein muskelkataboles Hormon), über Mineralcorticoide (z.B. Aldosteron), Östrogene (z.B. Östradiol), Insektenhormone (z.B. Ecdyson) bis hin zu pflanzlichen Sapogeninen (aus z.B. Tribulus Terrestris). Auch das Cholesteron ist ein Steroid.
Auf natürliche Weise kommen Steroide u.a. in Pflanzen, Menschen und Tieren vor. Man erinnere sich beispielsweise an die 80er, in denen so genannte „Sterol Complexe“ werbewirksam verkauft wurden. Diese Stacks unterschiedlicher Steroidarten enthielten ausnahmslos aus Pflanzen gewonnene Steroide, die vom Menschen in dieser Form (Extrakte in eine Tablette gepresst) überhaupt nicht verwertet werden können.
Die Basis aller Steroide in das Cholesterin. Aus ihm werden beispielsweise anabole/androgene Steroide im Körper aufgebaut. Dies erklärt auch, warum Sportler, die, beispielsweise während einer Diät, das Fett komplett aus ihrer Ernährung streichen, kaum Muskel- und Kraftaufbau erfahren. Hier kann mangels des Grundstoffs Cholesterin nicht ausreichend Testosteron, das dominierende männliche Sexualhormon, synthetisiert werden. Abhilfe schafft bereits der Verzehr von ein paar Eiern pro Woche oder ein paar Esslöffeln Öl, vorzugsweise Oliven-, Lein- oder Fischöl, da diese einen hohen Anteil an gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthalten.
Speziell für Bodybuilder von Interesse sind die anabolen/androgenen Steroide wie Testosteron, Nandrolon oder Trenbolon, wobei alle anabolen/androgenen Steroide Abkömmlinge des Testosteron sind. Die Wirkung genannter Steroide entfaltet sich dual: zum einen wirken sie anabol, d.h. Gewebe aufbauend, zum anderen androgen, wodurch sich u.a. männliche Eigenschaften wie gesteigertes Selbstvertrauen entwickeln, parallel hierzu steigt die Körperkraft und der Körper vermännlicht.
Da die Gruppe der Steroide eine Vielzahl unterschiedlicher Steroidarten beinhaltet, ist es folglich falsch bzw. nicht ganz korrekt, wenn die Presse beim Anabolika-Missbrauch gleichzeitig von einem Steroid-Missbrauch spricht.

