Testosteron
Bei Testosteron handelt es sich um das primäre männliche Sexualhormon, welches beim Mann für die Ausprägung der männlichen Charakteristika wie Bartwuchs, Körperbehaarung, tiefere Stimme und muskulöserem Erscheinungsbild, sowie die Entwicklung der primären Sexualorgane verantwortlich ist. Im Bereich des Sports stellt Testosteron das am häufigsten eingesetzte anabole/androgene Steroid dar und wird oft als Referenzanabolikum verwendet, mit dem die Wirkungen anderer Steroide verglichen werden.
Von Bodybuildern wird Testosteron als das beste Steroid für den Aufbau von Muskelmasse bezeichnet und viele Sportler sind der Ansicht, dass kein anderes Steroid in dem Maß Muskelmasse aufbaut, wie dies bei Testosteron der Fall ist. Anwender von Testosteron berichten in der Regel von Zuwächsen an Kraft und positiven Veränderungen bezüglich Größe, Form und Erscheinungsbild der Muskulatur. Eine genaue Betrachtung der Wirkungen und Nebenwirkungen von Testosteron ist unter anderem auch deshalb interessant, weil prinzipiell alle anabolen/androgenen Steroide im weitesten Sinn Derivate von Testosteron darstellen und in ihrer Grundstruktur dem Testosteron ähneln.
Im medizinischen Bereich kommt exogenes Testosteron hauptsächlich in Form einer Testosteron-Ersatztherapie bei Männern zum Einsatz, die eine zu niedrige natürliche körpereigene Testosteronproduktion aufweisen. Diese reduzierte körpereigene Testosteronproduktion kann einerseits krankheitsbedingt sein oder aber auch auf der natürlichen Abnahme der Testosteronproduktion im Alter beruhen. Im zweiten Fall spricht man im Rahmen einer Testosteron Ersatztherapie auch von einer „Anti Aging“ Therapie, bei der durch das von außen zugeführte Testosteron einige Alterserscheinungen, die auf einem niedrigen Testosteronspiegel beruhen, reduziert werden können. In diesem Zusammenhang konnte gezeigt werden, dass eine Testosteron Ersatztherapie bei älteren Männern, die einen altersbedingten deutlich reduzierten körpereigenen Testosteronspiegel aufwiesen, das Einsetzen von Alzheimer und anderer kognitiver Störungen verhindern oder hinauszögern, die Nerven schützen, Stimmungslage, Gedächtnis und Sexualtrieb verbessern, die Knochendichte erhöhen sowie das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle reduzieren kann.
Weitere Einsatzgebiete umfassen die Einleitung der Pubertät bei Jungen mit verspätetem Einsetzen der Pubertät, die Behandlung aplastischer Anämie (Störung der Produktion roter Blutkörperchen) sowie die Unterdrückung der Östrogenproduktion im Rahmen einer Antiöstrogenbehandlung bei postmenopausalen Frauen, die unter fortgeschrittenem Brustkrebs leiden. In der Vergangenheit wurde Testosteron auch in vielen anderen Bereichen mit unterschiedlichem Erfolg eingesetzt. Hierzu gehören unter anderem die Behandlung erektiler Dysfunktion und Osteoporose, sowie die Anregung der Knochenmarkbildung. Bei Frauen wird Testosteron gelegentlich zur Steigerung der Libido, einer Vorbeugung der Abnahme der Knochendichte sowie zur Behandlung bestimmter Arten von Depressionen eingesetzt.
Eine Zeit lang wurde die Wirkung von Testosteron als Kontrazeptivum (Verhütungsmittel) bei Männern untersucht. Wie zahlreiche Bodybuilder, die während eines Testosteronzyklus Kinder zeugten, bestätigen können, ist Testosteron in dieser Hinsicht jedoch nicht besonders zuverlässig. Testosteron kommt im medizinischen Bereich in Form zahlreicher Darreichungsformen zum Einsatz. Diese reichen von Injektionslösungen mit Wirkzeiten von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Wochen über Testosteron in Tabletten- und Salbenform bis hin zu Testosteronpflastern und Implantaten.
Der durchschnittliche männliche Körper produziert zwischen 2,5 und 11 mg Testosteron pro Tag, wobei die Produktion während der Pubertät am größten ausfällt und mit zunehmendem Alter immer weiter abnimmt. Der weibliche Körper produziert durchschnittlich nur etwa 0,25 mg Testosteron pro Tag, reagiert aber deutlich empfindlicher auf dieses Hormon, als dies beim männlichen Körper der Fall ist. Das Grundgerüst des Testosteronmoleküls ist strukturell das von Androstan mit 19 Kohlenstoffatomen. Vorläuferstoffe von Testosteron sind DHEA und Gestagene. Diese Hormone stellen so genannte Prohormone dar, aus denen der Körper bei Bedarf Testosteron herstellen kann. Als Vorläuferstoff für die Herstellung all dieser Hormone dient im menschlichen Körper das Cholesterin.
Im Bodybuilding und Kraftsport werden bevorzugt Depot-Testosterone in Dosierungen zwischen 250 und 1000mg pro Woche eingesetzt.



