Untergrundlabor / Untergrundlaboratorium
Ein Untergrundlabor bzw. Untergrundlaboratorium wird eine Betriebsstätte genannt, in der illegal und ohne offizielle Erlaubnis oder Kenntnis Anabolika hergestellt werden.
Diese Untergrundlaboratorien sind je nach Alter, Umfang und finanziellem Background dann unterschiedlich ausgestattet. Während ein kleines Untergrundlabor durchaus mit einigen wenigen Utensilien wie leere Vials, Verschlussstopfen und Plomben, Bördelzangen, Spritzenfiltern, Mischgefäßen und Autoklaven auskommen kann, besitzen die etwas größeren und professionelleren Untergrundlaboratorien wahrscheinlich für alle Arbeitsschritte eine spezielle Maschine, beispielsweise eine Tablettenpresse oder eine Produktionsstraße für die Vials.
Alle Zutaten für die Injektionslösungen und Tabletten werden auf dem Schwarzmarkt besorgt, an erster Stelle zu nennen wären hier beispielsweise die Steroid-Wirkstoffe und Hilfsmittel wie Öle und Lösungsmittel. Die meisten kleineren Untergrundlaboratorien bestellen ihre Rohstoffe von Mittelsmännern in China, während die wirklich großen Untergrundlaboratorien wie beispielsweise International Pharmaceuticals oder Moonlight Pharmaceutics ihre Rohstoffe auf unscheinbaren und anonymeren Wegen beschaffen werden. Nicht umsonst werden in regelmäßigen Abständen kleinere Untergrundlaboratorien von der Polizei ausgehoben.
Auch, wenn die meisten Untergrundlaboratorien sich sicher sind, dass sie alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben, so bleiben in den meisten Fällen immer wieder kleine Sicherheitslöcher bestehen, was die Staatsmacht sich dann natürlich zunutze macht. Jüngstes Beispiel die weltweite „Operation Raw Deal“, bei der die amerikanischen Behörde FDA (Food and Drug Administration) von chinesischen Rohstofflieferanten Kundendaten erzwungen hat, was weltweit dutzenden Hausdurchsuchungen und Verurteilungen zur Folge hatte. Alleine in Deutschland sind bei der Operation Raw Deal mindestens drei bekannte Untergrundlaboratorien ausgehoben worden. Der Grund: Die Köpfe des jeweiligen Untergrundlaboratoriums wiegten sich bei der Rohstoffbestellung in Sicherheit, dass die chinesischen Lieferanten keine Daten herausgeben und ließen sich die Rohstoffe dann teilweise an die eigene Adresse liefern.
Dass solche Vorgehensweisen allerdings nicht die Regel sind, beweist das Untergrundlabor International Pharmaceuticals (IP), das seit nunmehr über 20 Jahren im Geschäft ist und seine Produktpalette erst vor Kurzem um einige wirklich sehr gute Produkte erweitert hat.
Die Produkte von Untergrundlaboratorien hat Vor- und Nachteile: als Vorteile wären zum einen die günstigen Preise zu nennen, die für gewöhnlich weit unter den deutschen Apothekenpreisen liegen, zum anderen die Tatsache, dass diese Wirkstoffe anbieten, die offiziell nicht mehr für die Humanmedizin im Handel sind, z.B. Trenbolon.
Die Nachteile liegen klar auf der Hand: Da ein Untergrundlabor keinen staatlichen Auflagen unterliegt, finden auch keine Qualitäts- oder Sterilitätskontrollen statt und ein Untergrundlabor könnte deshalb, rein spekulativ, anstatt Trenbolon ein um einiges billigeres Testosteron verarbeiten, ein Mitarbeiter könnte in eine offen stehende Ampulle niesen oder einen Arbeitsgang vergessen, beispielsweise die Sterilisation der Injektionslösung.
Die möglichen Folgen reichen von einem Spritzenabszess bis hin zu ernsthafteren Infekten. Letztenendes muss sich jeder Konsument selbst die Frage stellen, ob die billigen Preise und die Verfügbarkeit offiziell nicht mehr hergestellter Präparate das mögliche Risiko rechtfertigen.



